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Gazette: Neue Musik in NRW von Petra Hedler - Ausgabe Januar 2003 |
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Düsseldorf, 06.01.2003, 11:30, von Petra Hedler, homepage, , Rubrik: Alle
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| Angekündigt:
- Misato Mochizuki, Klaus Huber, Olga Neuwirth und Ivo Malec in Köln - Neue Flötentöne in Kleve - Matthias Pintscher in Dortmund - Neue Musik und Sprache in Essen Gewesen: Festival "open systems 2002" im Ruhrgebiet Trotz allseitiger Krisenstimmung, der Pleite des Deutschen Musikrates und ähnlicher Horrorbotschaften müssen Liebhaber zeitgenössischer Musik auch im neuen Jahr wie's aussieht (noch?) nicht draußen bleiben. Zum Auftakt einige Tipps für den Januar: Der WDR stellt am 19.1. die Japanerin Misato Mochizuki in einem Porträtkonzert vor. www.wdr.de/radio/neue_musik/konzert_neu.html (Infos zu Misato Mochizuki: www.swr.de/swr2/donaueschingen/archiv/1999/komponisten/mochizuki_misato.html) Am gleichen Tag sind im Museum Kurhaus Kleve neue Flötentöne zu hören unter anderem mit Musik von Hespos und Pagh-Paan. www.museumkurhaus.de/konzerte.html Am 24.1. findet im Museum Folkwang Essen das letzte Konzert der von der Gesellschaft für Neue Musik Ruhr veranstalteten Reihe Conversations - Neue Musik und Sprache statt. Das Ensemble Écoute stellt Schönbergs Pierrot Lunaire Textvertonungen von Komponistinnen aus den verschiedensten Ländern gegenüber. www.gnmr.de/f_start.htm Am 30.1. ist das Klangforum Wien in der Kölner Philharmonie mit Werken von Olga Neuwirth und Anton Webern zu Gast. www.koelnmusik.de (Infos zu O. Neuwirth: www.olganeuwirth.com) Das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Köln hat Klaus Huber zu einem Gastvortrag eingeladen (am 10.1. www.uni-koeln.de/phil-fak/muwi/events/index1.html) und stellt Ivo Malec in einem Porträtkonzert vor (am 31.1. www.uni-koeln.de/phil-fak/muwi/events/raum.html). (Infos zu Klaus Huber: www.musicedition.ch/composers/21d.htm ) Wer das vielgelobte neue Konzerthaus in Dortmund noch nicht getestet hat, kann sich dort am 21. und am 25.1. Werke von Mathias Pintscher anhören, der in der ersten Spielzeit zum composer in residence auserkoren wurde. www.konzerthaus-dortmund.de (Infos zu M. Pintscher: www.deutscher-musikrat.de/edition/komppintscher.htm ). Zum Schluss noch ein kurzer Rückblick auf den Dezember. Im Ruhrgebiet fand an vier verschiedenen Orten (Bochum, Essen, Herne und Dortmund) das Festival open systems statt (www.festival-open-systems.de). Wie der Name bereits aussagt, versammelten sich hier, zusammengeschart von Karl-Heinz Blomann, mehr oder weniger bekannte Künstler, die über den engeren Rahmen der neuen Musik hinausstoßen. Den Auftakt machten William und Patricia Parker, deren Auftritt im Zeichen des Gedenkens an Peter Kowald stand. William Parkers erdige Kontrabassklänge gruben sich tief in die Gehörgänge und schufen damit einen passenden Boden für die eigenwillige, zwischen Zittrigkeit und brüchiger Erstarrtheit schwankende Körpersprache von Patricia Parker. (http://www.williamparkermusic.com/ ) Die Audio Gruppe des in Berlin lebenden Amerikaners Benoît Maubrey tritt in elektroakustisch aufbereiteter, mit Lautsprechern, Verstärkern und Samplern ausgestatteter Kostümierung auf die Bühne. Das kunterbunte Programm mit Geishas, Cowgirls usw. brachte aber zu viel des Guten, so dass trotz einiger spannender Momente der Eindruck einer klingenden Modenschau zurückblieb. (http://home.snafu.de/maubrey/ ) Der schon auf vielen Festivals herumgereichte Lautakrobat Jaap Blook kam diesmal ebenfalls mit elektronischer Unterstützung. Mit zwei Mitstreitern agierte er in Mitten jeder Menge Elektronik. Ohne Blonks stimmliche Exaltationen wäre die geisterbahnähnliche Klangkulisse allerdings ziemlich fad gewesen. (www.jaapblonk.com/ ) Ein weiterer Pionier der elektronischen Komposition und des digitalen Samplings ist Bob Ostertag. Am beeindruckensten fand ich die Aufführungssituation: An einem weißen Tisch mit weißem Laptop und äußerst reduziertem Steuergerät sitzt der kahlköpfige Ostertag, die ganze Zeit über nahezu bewegungslos und ohne eine Miene zu verziehen. Das Ganze ist vollkommen unsinnlich und unkörperlich. Die Klänge selbst dagegen, zwischen banal und ganz interessant, lösten bei mir - viel mehr als Instrumentalklänge - konkrete Assoziationen, teilweise sogar Bilder aus, als könnte die Sinnlichkeitslücke dadurch geschlossen werden. (http://detritus.net/ostertag/ ) Ganz anders kommt da die Schweizer Gruppe Steamboat Switzerland daher. Vom ersten Ton an drückte sich eine regelrechte Schallmauer gegen die Gehörgänge. Eingeweihte hatten sich mit Hörstöpseln versorgt, andere verließen fluchtartig den Raum. Skurril anmutende Hammondorgelklänge, ein holzhackerartig bearbeitetes Schlagzeug, E-Bass und zum Schluss noch alptraumartige Gesangeinlagen brachten den Raum und seine Insassen fast zum Bersten. Zwischendurch traten Rockanklänge in der Vordergrund, aber ich ziehe das pure Chaos vor. (www.dominikblum.ch/steamboat_e.html) Das Inhaltsverzeichnis aller bisher erschienenen Gazetten zur neuen Musik finden Sie hier, aktuelle Musiktermine in unserem Kalender. |
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