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Gazette: Neue Musik in NRW von Petra Hedler - Ausgabe September 2004 |
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| (möchten Sie diese Gazette monatlich neu per e-mail erhalten?
Dann senden Sie bitte eine mail an redaktion-nrw@kulturserver.de mit dem Betreff: Neue Musik) Düsseldorf, 30.08.2004, 13:55, von Petra Hedler, homepage, , Rubrik: Alle
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| Angekündigt: Neue Musik an den großen Konzerthäusern – Düsseldorfer Altstadtherbst – bonn chance! – Frauen in der Musik
Vom Sommer habe ich nichts Musikalisches zu berichten. Daher ergibt sich die Gelegenheit einen ausführlicheren Blick auf die neue Saison zu werfen. [Neue Musik an den großen Konzerthäusern] Drei große Konzerthäuser – Köln, Essen und Dortmund – hat NRW inzwischen vorzuweisen. Wie halten sie es in der kommenden Spielzeit mit der zeitgenössischen Musik? Im Konzerthaus Dortmund setzt man auf Bewährtes. Nach Hanspeter Kyburz ist in dieser Saison Peter Eötvös composer in residence, ein alter Hase der Neue Musik-Szene, mit dem man kaum etwas falsch machen kann. Hinzu kommt, dass er sich nicht nur als Komponist sondern auch als Dirigent hervorgetan hat und daher gleich in doppelter Funktion einsetzbar ist. Entsprechend dirigiert er die in Dortmund zu Gehör kommenden Stücke, vorzugsweise Orchesterwerke, selbst. Den Auftakt macht das Konzert am 10.9. mit zeroPoints aus dem Jahre 1999 und dem noch relativ neuen Jet Stream (2003). Ein weiteres Eötvös-Konzert steht am 18.9. auf dem Programm, um das Ganze markgängig zu machen ergänzt mit Bartók, Ravel und Prokofjew. Im Laufe der Spielzeit dürfen wir uns außerdem noch auf das Arditti-Quartett und ein Jörg Birkenkötter-Special freuen. www.konzerthaus-dortmund.de Das erwähnte Auftaktkonzert ist bereits einen Tag früher, nämlich am 9.9. in der Kölner Philharmonie zu hören. Einen composer in residence hat man sich hier allerdings nicht gegönnt und die eher dünn gesäten Neue Musik-Konzerte bewegen sich im Bereich des Üblichen (wie immer schaut Boulez mit seinem Ensemble Intercontemporain vorbei). Einzig ein Multimediakonzert mit Olga Neuwirth im November könnte interessant werden. Crossover-Interessenten bekommen am 18.9. einen Zappa-Mix serviert. Die Musiker des New Yorker Absolute Ensemble werden als Helden des Eklektizismus gefeiert, die sich weder vor Bach noch Strawinsky fürchten (während der Rest der Menschheit sich lächerlichen Zukunftsängsten hingibt). www.koelner-philharmonie.de Auch bei der Philharmonie Essen setzt man auf Crossover und hat sich für die erste Spielzeit mit dem „Entertainer“ HK Gruber und Uri Caine gleich zwei Spezialisten an Land gezogen. Für die Fundamentalisten gibt es aber ab November immerhin ein Schönberg-Festival! www.philharmonie-essen.de So richtig heldenhaft und furchtlos hört sich das alles nicht an. Da lohnt sich doch ein Blick zum Regionalligisten Düsseldorf. Die Tonhalle wartet im Verlauf der Saison immerhin mit einem Ustwolskaja-Porträt(Die Frau ist im Juni 85 geworden, da müsste doch mehr passieren in unserer jubiläenfreudigen Zeit!), neuer Kammermusik aus Japan und einer Biennale der neuen Musik (Programmauswahl von Toshio Hosokawa) auf. www.tonhalle-duesseldorf.de [altstadtherbst] Ebenfalls in Düsseldorf ist das Festival Altstadtherbst angesiedelt, das neben vielen bunten Events auch einige Preziosen zu bieten hat. Dazu gehört sicherlich am 2.10. Morton Feldmans Streichquartett Nr. 2, das die sagenhafte Länge von fünf Stunden aufweist. Keine Angst, die Zeit verliert irgendwann, je nach persönlicher Verfassung und – hoffentlich ungestörten – Rahmenbedingungen (Altstadt!), jede Bedeutung. Wenn die Musik aufhört, ist man ganz erstaunt, dass die fünf Stunden schon um sind – es fühlt sich an wie stundenlanges Schwimmen im Meer. Spannend könnte auch die Uraufführung von Howard Skemptons WAVES for two Orchestras werden. Der Clou besteht darin, dass zwei sehr unterschiedliche Klangkörper, das klassisch besetzte altstadtherbst orchester und Frank Köllges’ Improvisationsorchester Adam Noidlt Missiles aufeinander treffen. Zur Einstimmung gibt es auf der Website des Altstadtherbstes (unter NEWS) Einblicke in einen eMail-Austausch zwischen Skempton und Köllges im typischen lustigen eMail-Jargon ;o). www.altstadtherbst.de www.oup.co.uk/music/repprom/skempton/ www.fkoellges.de/ [bonn chance!] Bei den Opernhäusern haben sich in den letzten Spielzeiten vor allem Bonn und Aachen um Zeitgenössisches gekümmert, das mehr als nur dem Entstehungsdatum nach aktuell war. Auch in dieser Saison macht Bonn mit seiner reihe bonn chance! den Auftakt. Hinter dem kryptisch anmutenden Titel FR3Y3RY verbergen sich drei von Achim Freyer in Szene gesetzte Stücke. Zwei von ihnen liegt Musik von Morton Feldman zugrunde, das dritte, das sich mit Alberto Giacometti auseinandersetzt, hatte bereits 1995 beim Festival Neue Musik Rümlingen Premiere und ist danach an verschiedenen Orten (u.a. Berlin und documenta X) gespielt worden. Achim Freyer, Meisterschüler von Bertolt Brecht, hat sich als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner einen Namen gemacht und viele eigenwillige, bildgewaltige Inszenierungen klassischer Opern abgeliefert. Inzwischen hat er ein eigenes Ensemble um sich geschart, mit dem er sich besonderen Projekten widmet. In Bonn ist außerdem die musikFabrik mit dabei. http://theaterbonn.bgp.de/ www.freyer-ensemble.de/ Apropos musikFabrik: Am 19. 9. wird die Konzertreihe beim WDR mit Werken von Ferneyhough, J.F. Durand, Enno Poppe und Ian Willcock fortgesetzt. www.musikFabrik.de [Frauen in der Musik] Bereits 1999 wurde vom NRW-Kulturministerium ein Förderprojekt für Komponistinnen in NRW ins Leben gerufen, das 2004/2005 fortgesetzt wird. (Die Koordination liegt beim Landesmusikrat NRW). In insgesamt 15 Konzerten werden überwiegend Werke von Frauen vorgestellt. Die Botschaft dringt teilweise bis an entlegene Orte: Zumindest die Ortschaft Lage-Hörste, in der am 21.9. der Konzertreigen beginnt, war mir bislang unbekannt. Ergänzt wird die Initiative durch einen Kompositionsworkshop für Mädchen und junge Frauen im November an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf. www.lmr-nrw.de Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher erschienenen Gazetten zur neuen Musik. |
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