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Gazette: Neue Musik in NRW von Petra Hedler - Ausgabe Januar 2005 |
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| (möchten Sie diese Gazette monatlich neu per e-mail erhalten?
Dann senden Sie bitte eine mail an redaktion-nrw@kulturserver.de mit dem Betreff: Neue Musik) Düsseldorf, 22.12.2004, 12:07, von Petra Hedler, homepage, , Rubrik: Alle
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Gewesen: Rahilia Hasanova bei Frau Musica (nova) Angekündigt: 3 X Oper: Christian Jost in Düsseldorf, Maxwell Davies in Köln, Jörg Widmann in Krefeld – Zender in Köln – Birkenkötter in Dortmund - Scelsi-Nacht in Köln – Schnebel in Wuppertal – neue Kammermusik aus Japan in Düsseldorf – Neue Musik an den Musikhochschulen Leider habe ich im Dezember selbst keinen einzigen meiner weihnachtlichen Konzerttipps wahrgenommen. Darum gibt es diesmal nur einen kurzen Nachschlag von Ende November, eine ganze Menge Konzerthinweise für den Januar und viele gute Wünsche fürs neue Jahr! [Rahilia Hasanova bei Frau Musica (nova)] Einmal im Jahr lädt der Verein Frau Musica (nova) an einem Sonntagmorgen im November in den Sendesaal des Deutschlandfunks Köln, um das Werk einer Komponistin vorzustellen, und bis jetzt hat es sich noch immer gelohnt hinzugehen. Cecilie Ore, María Cecilia Villanueva und Lois V Vierk standen in den letzten Jahren im Fokus. In diesem Jahr, am 28.November, drehte sich alles um Rahilia Hasanova, die auch selbst anwesend war. Rahilia Teymur gizi Hasanova wurde 1951 in Baku, Aserbaidschan geboren. Sie studierte Musik und Komposition an der dortigen Musikhochschule und eben dort unterrichtet sie seit 1997 afrikanische und asiatische Musik sowie aserbaidschanische und russische Musikgeschichte. Man konnte also gespannt sein auf die Musik einer Komponistin, die nicht den Weg in den goldenen Westen gewählt hat. Die Titel ihrer Werke lassen teilweise traditionelle Bezüge vermuten. Derwisch lautet eine Komposition für Tenor, Bass und Streichquartett, Alla makame ein Klavierstück (makame ist eine aserbaidschanische Stegreifdichtung, die sich vor allem durch flexible, vielfältige Rhythmen auszeichnet). Aber auch das gute, alte europäische Streichquartett war vertreten. Allen Stücken gemeinsam ist eine ungeheure emotionale und energetische Kraft. Oft, zum Beispiel im zweiten Streichquartett, baut sich die Musik aus einfachen ruhigen Keimzellen auf, aber nach einiger Zeit werden diese von einem Wirbelsturm erfasst, der alles mit sich fortreißt und den Musikern äußerste Anstrengung und Konzentration abverlangt – sowohl körperlich als auch psychisch. Das Engagement der Musiker des Minguet Quartetts übertrug sich geradezu auf die Zuhörer und entfaltete einen Sog, dem sich wahrscheinlich keiner im Raum entziehen konnte. Durch den Einsatz der menschlichen Stimme kommt ein weiteres expressives Moment hinzu. Im dritten Streichquartett begleiten die Instrumentalisten selbst ihr Spiel mit emotionalen Ausrufen. Im Derwisch treten nach einiger Zeit eine Bass- und eine Tenorstimme (David Hieronimi und Kyu-cheoul Lee) mit asemantischen Lautäußerungen hinzu, um schließlich laut Anweisung „zu jubeln, solange der Atem reicht“. Ein besonderes Erlebnis war es, der Komponistin bei der Interpretation ihres Klavierstücks Alla makame zuzusehen. Ihre Hände schwebten so sanft und schwerelos über die Tasten, dass man kaum glauben mochte, welch kraftvolle und energiegeladene Klänge sie dabei erzeugten. Rahilia Hasanova schreibt eine Musik, wie sie in unseren Konzertsälen nur selten zu hören ist, jedoch ohne sich in oberflächliche Folklorismen zu verlieren. [Nun der Blick ins neue Jahr:] Mindestens dreimal kann man im Januar in unserer Region neue Opern erleben. Bei der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf wird am 21.1. Vipern von Christian Jost als Auftragswerk uraufgeführt. Das Libretto seiner ersten Oper basiert auf einem Stück der Shakespeare-Zeitgenossen Middelton und Rowley und bringt eine obskure Geschichte mit Mord, Eifersucht, dunklen Gemäuern und Irrenanstalten – wie der Untertitel verheißt: Eine mörderische Begierde in vier Akten. Bei derartigen Literaturvertonungen bin ich immer etwas skeptisch, aber man wird sehen bzw. hören. Zur Einstimmung findet am 16.1. um 11 Uhr ein Werkstattgespräch mit Christian Jost, dem Produktionsteam und Ensemblemitgliedern statt. www.deutsche-oper-am-rhein.de An ungewöhnlichem Ort, im Museum für Angewandte Kunst in Köln, wird am 25.1. sowie an den folgenden Tagen Peter Maxwell Davies Oper The Lighthouse von der Kammeroper NRW in Koproduktion mit der Oper Köln aufgeführt. www.buehnenkoeln.de/ www.kammeropernrw.de/lighthou.htm In Krefeld hat am 29.1. Das Gesicht im Spiegel von Jörg Widmann Premiere. Die Uraufführung in München wurde seinerzeit von der "Opernwelt" zur "Uraufführung des Jahres 2003" gekürt. Das Libretto von Roland Schimmelpfennig befasst sich mit dem aktuellen Thema Klonen, aber für den nötigen Elan sorgen auch hier die bewährten Ingredienzien Liebe und Leidenschaft. Widmann selbst wird gegenwärtig landauf, landab gepriesen und gefeiert und kann offenbar zur Zeit nichts falsch machen. Bereits am 16.1. wird in der Essener Philharmonie eine neue Komposition für Streichquartett von ihm aufgeführt. www.theater-krefeld-moenchengladbach.de/html/das_gesicht_im_spiegel.html www.philharmonie-essen.de/ Auch die Tage davor lassen sich ausfüllen. Am 14.1. ist Hans Zender mit dem Klangforum Wien beim WDR in Köln zu Gast und am 15.1. kann man im Konzerthaus Dortmund ein Jörg Birkenkötter-Porträtkonzert mit der musikFabrik zu hören. www.wdr.de/radio/orchester/veranstaltungen/veranstaltungskalender/januar05.html www.klangforum.at/ www.konzerthaus-dortmund.de www.musikfabriknrw.de/ Wer in Giacinto Scelsis 100. Geburtstag hineinfeiern möchte, kann dies am 7.1. ausgiebig in der Alten Feuerwache Köln tun. Den Auftakt macht um 18 Uhr ein Vortrag von Prof. Friedrich Jaecker mit dem Titel "Der Dilettant und die Profis", in dem er sich mit Scelsis immer noch etwas geheimnisumwitterten Kompositionsmethoden befasst und nach einem einjährigen Romaufenthalt den neuesten Stand seiner Forschung kundtut. Um 20 und 22 Uhr folgen dann zwei Konzerte. Einen besonderen Akzent bildet dabei die Gegenüberstellung von Bearbeitungen, die Scelsi selbst an seinen Stücken vorgenommen hat (z.B. wurde aus dem Klavierstück Aitsi das Quartetto no. 5 etc.) www.kunststiftungnrw.de/projekt.php?bereich=Projekte&kat=Musik&detail=312&aktuell=1 Am 9.1. wird in der Wuppertaler Stadthalle Dieter Schnebels Dahlemer Messe zur Aufführung kommen – ein Riesenwerk, das daher nicht so oft zu hören ist. Vorher findet ein Podiumsgespräch mit Schnebel statt. www.stadthalle-wuppertal.de/de/besucher/programm_01.html http://www.kantorei-barmen-gemarke.wtal.de/Konzert-aktuell/K4/Konzert\\\%204.html Auch dem, der keine Lust auf die üblichen klangvollen Namen hat, kann geholfen werden. In der Düsseldorfer Tonhalle ist am 20.1. neue Kammermusik aus Japan zu hören (mit drei DEA und zwei Uraufführungen u.a. von der in Köln ansässigen Komponistin Noriko Kawakami). www.tonhalle-duesseldorf.de Und schließlich gibt es noch die Musikhochschulen des Landes: In der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf werden am 10.1. neue Stücke aus der Kompositionsklasse von Manfred Trojahn, in der Essener Folkwang Hochschule am 12.1 Kompositionen von Dozenten und am 20.1 neue Werke aus den Kompositionsklassen und am 21.1. an der Kölner Musikhochschule Musik von Studierenden der Klasse Krzysztof Meyer vorgestellt. www.rsh-duesseldorf.de www.folkwang-hochschule.de www.mhs-koeln.de/ Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher erschienenen Gazetten zur neuen Musik. |
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