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Gazette: Neue Musik in NRW von Petra Hedler Ausgabe Februar 2006 |
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| (möchten Sie diese Gazette monatlich neu per e-mail erhalten?
Dann senden Sie bitte eine mail an redaktion-nrw@kulturserver.de mit dem Betreff: Neue Musik) Düsseldorf, 28.01.2006, 12:10, von Petra Hedler, homepage, , Rubrik: Alle
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Gewesen: notabu in Düsseldorf – Niblock in Köln Angekündigt: Saunders in Dortmund – Musik & Film in Essen – Musik & Sprache in Hombroich - Tschechinnen im Loft u.a.m. [notabu in Düsseldorf] Am 9.12.2005 startete die Konzertreihe „Na hör’n Sie mal...!“ des Düsseldorfer notabu-Ensembles in die dritte Saison. Bis zum Mai 2006 stehen insgesamt fünf Konzerte auf dem Programm. In der mit Neuer Musik nicht gerade verwöhnten Landeshauptstadt ist es Mark-Andreas Schlingensiepen und seinem Ensemble inzwischen gelungen in den Räumen der Clara-Schumann-Musikschule regelmäßig eine kleine Gemeinde zu versammeln, die hoffentlich noch etwas anwachsen wird. Angesprochen werden sollen nicht nur die üblichen Insider, sondern alle, die bereit sind, über den klassisch-romantischen Tellerrand hinauszuhören. Um den Einstieg zu erleichtern, bietet Schlingensiepen kurze Einführungen und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Werken, bei der Musik selbst jedoch werden keine Kompromisse an die vermeintliche Belastbarkeit des Publikums gemacht. Häufig spielen persönliche und lokale Aspekte bei der Programmauswahl eine Rolle. In der laufenden Saison zum Beispiel sind mit Günther Becker, Heinz Holliger, Friedrich Cerha und Beat Furrer ehemalige Kuratoren der Biennale „Ohren auf Europa“ vertreten, eine Konzertreihe die ebenfalls maßgeblich vom notabu-Ensemble getragen wird. Das Dezember-Konzert wurde ausnahmsweise nicht von notabu selbst sondern vom composers slide quartet bestritten. Csq besteht aus vier Posaunisten, zu denen auch das notabu-Mitglied Andreas Roth gehört. Von Cathy Milliken, bekannt als Mitglied des ensemble modern, war die Klanginstallation a single climb to a line zu hören, bei der die vier Posaunen an den Ecken des Zuschauerraums postiert sind und mit gehaltenen Tönen und aufsteigenden Läufen bei minimalen tonalen und zeitlichen Verschiebungen einen dichten, differenzierten Klangdom erzeugen. Robin Hoffmann experimentiert in Finte vor allem mit Glissandi. Uwe Dierksen, ebenfalls vom ensemble modern, lässt in Mora aus einem Geräuschfundus strukturierte bis hin zu jazzigen Passagen entstehen und Rolf Riehms No velvet mute for lullabies singt ein Wiegenlied für Kriegsopfer, bei dem die unterschiedlichsten Dämpfer zum Einsatz kommen. Auch im Januar-Konzert spielten Bläser eine gewichtige Rolle. Das Werk Ikarus des Becker Schülers Diethelm Zuckmantel lebt vom satten Klang zweier Fagotte, der durch wiederkehrende rhythmische Floskeln strukturiert wird. Günther Beckers Quasi una fantasmagoria knüpft ein mal zart, mal kraftvoll gewebtes Netz für Klarinetten, Fagotte und Hörner. Als roter Faden zieht sich Klaviermusik durch das Programm. Der Düsseldorfer Pianist Udo Falkner wird in jedem der fünf Konzerte einen eignen Beitrag leisten. Bisher waren Klavierstücke von Stockhausen und Bagatellen von Schnebel zu hören. Am 17.2. wird die Reihe mit Musik von Halffter, Lachenmann und Cerha fortgesetzt. Einen weiteren Auftritt hatte Schlingensiepen, diesmal mit dem Orchester der Robert-Schumann-Hochschule, am 24.1. in der Düsseldorfer Tonhalle, die aus Anlass des 125. Geburtstags von Béla Bartók und des 80. von György Kurtág zwei Konzerte veranstaltet. Besonders berührt hat mich die Wiederbegegnung mit Kurtágs Grabstein für Stephan op. 15 c. Ein simpler behutsam-insistierender Gitarrenlauf hält Zwiesprache mit im Raum verteilten und schließlich aus dem Raum wandernden Instrumentalisten. Die unter die Haut gehende Musik bewegt sich zwischen zart-verhaltenen und massiv aufbegehrenden Passagen. Das zweite Bartók/Kurtág-Konzert findet am 1.2 statt. Ebenfalls in der Tonhalle spielt am 15.2.06 das e-mex trio Werke von Carola Bauckholt, ToshioHosokawa, hans w. koch, Suzuki und YasukoYamaguchi. www.notabu-ensemble.de/ www.tonhalle-duesseldorf.de/ [Niblock in Köln] Im Januar war Phill Niblock in Köln und ich habe ihn an mir vorbei rauschen lassen. Lediglich das Konzert „Tributes to Niblock“ am 21.1. in der Alten Feuerwache in Köln habe ich miterlebt. 16 Künstler und Musiker zeigten, wozu sie von Niblocks Musik inspiriert worden sind. Natürlich spielten dabei stehende, gehaltene, mehr oder minder farbig rauschende Klänge eine wichtige Rolle. Peter Behrendsen nutzt dazu die E-Gitarre, über die er langsam einen Vibrator wandern lässt, Marcus Schmickler lässt seine Elektronik mit einem Dudelsackspieler zusammentreffen, Melvyn Poore breitet seine Tubaklänge verstärkt und vergrößert im Raum aus, Tom Bruckner lässt seine Stimme vibrieren und kollabieren usw.. Musik, die auf die Entfaltung von Klängen setzt, ihr Inneres hör- und fühlbar machen will, braucht Zeit und die war bei der Fülle der Beteiligten nicht gegeben. Maximal 15 Minuten hatte jeder Einzelne zur Verfügung. So entstand rasch der Eindruck eines Häppchenprogramms, aber dies ist bei einem Tributes-Konzert wohl nicht ganz zu vermeiden. Am besten gefallen hat mir die Performance von Bettina Wenzel, die mit Liveklängen via Computer Videobilder beeinflusst. Das ist inzwischen nicht mehr sonderlich neu, nur dass es sich bei den Klängen um ihre Stimme und bei dem Bild anstelle der üblichen aufwendigen Computeranimationen um eine banale Zimmerecke handelte. Diese wurde von den Tönen mal sanft touchiert, mal gänzlich zersungen und aus den Fugen gebracht. Der sich sonst leicht im Effekthaften erschöpfende Ansatz bekam so subtilen Witz und spielerische Leichtigkeit. www.gerngesehen.de [weitere Tipps für den Februar] Im Dortmunder Konzerthaus ist im Februar Rebecca Saunders zu Gast. Am 16.2. hält sie einen Workshop für Musikstudenten zu choler für Klavierduo und zur Uraufführung des neuen Werkes Blue and Gray für Kontrabass-Duo. In Form einer öffentlichen Probe werden die Werke unter Leitung der Komponistin detailliert erarbeitet und erklärt (Eintritt frei). Am 17.2. findet dann ein Konzert statt, in dem neben den im Workshop erprobten weitere Werke der Komponistin auf dem Programm stehen. www.konzerthaus-dortmund.de/ In der Essener Philharmonie findet am 14.2. ein Konzert mit der musikFabrik unter dem Motto Musik & Film statt. Martin Matalon ist an diesem Abend sowohl als Dirigent als auch als Komponist beteiligt. Zu hören sind seine Werke Trame VII (ein Kompositionsauftrag der musikFabrik und der Kunststiftung NRW) und Las siete vidas de un gato (mit dem Film Un chien andalou von Luis Bunuel). Außerdem wird Musik von Heiner Goebbels und Thierry De Mey gespielt. www.philharmonie-essen.de/ Alle zwei Jahre zu Pfingsten findet auf der Museumsinsel Hombroich ein Inselfestival statt, bei dem die Neue Musik reichlich vertreten ist. In diesem Jahr ist es wieder so weit. Aber auch in der Zeit dazwischen kommt die Musik nicht zu kurz. Am 18.2. um 20 Uhr spielt der Gitarrist Jürgen Ruck in der Scheune Musik von Sidney Corbett, Michael Obst, José Maria Sanches Verdú u.a. Am darauffolgenden Sonntagmorgen um 11 Uhr ist das Ensemble Omega mit Werken von Bernd Asmus, Michael Reudenbach, Klaus K. Hübler, György Kurtág, Michael Quell und Harrison Birtwistle zu Gast. Auch Sprache ist voller Musik, besonders die von Oskar Pastior und Oswald Egger. Daher möchte ich nicht versäumen auf die Lesung am 5.2. 11 Uhr hinzuweisen. (Infos unter Telefon 02182 – 2904) www.inselhombroich.de/ Die Projektreihe „Europäische Musik-Kontakte“ wirft am 18.2. einen Blick auf Tschechien. In einem Konzert mit dem Ensemble Megaphon werden im Kölner Loft nach einem Einführungsvortrag Werke von tschechischen Komponistinnen vorgestellt. www.loftkoeln.de/ Neue Musik für Schlaginstrumente aus Japan ist am 12.2. im Klangraum Düsseldorf zu hören. Tobias Liebezeit spielt Werke von Makiko Nishikaze, Satoshi Tanaka und Yuji Takahashi. www.wandelweiser.de/klangraum.html Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher erschienenen Gazetten zur neuen Musik. |
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