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Gazette: Neue Musik in NRW - Ausgabe November 2007 |
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Dann senden Sie bitte eine mail an redaktion-nrw@kulturserver.de mit dem Betreff: Neue Musik oder tragen Sie sich hier ein: http://lists.kulturserver-nrw.de/cgi-bin/mailman/listinfo/neue-musik Düsseldorf, 29.10.2007, 16:09, von Petra Hedler, homepage, , Rubrik: Alle
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| Gewesen: EarPort-Konzert in der Essener Marktkirche
Thema: Neue Musik an Konzerthäusern in Nordrhein-Westfalen Angekündigt: WDR – musikFabrik – notabu – In Front in Aachen – november music – Frau Musica nova – open systems Previsions – e-mex – ort [EarPort-Konzert in der Essener Marktkirche] Ein sehr schönes sinnliches Konzert fand am 26.10. in der Essener Marktkirche statt, veranstaltet von der im Duisburger Innenhafen beheimateten Musikinitiative EarPort um Gerhard Stäbler und Kunsu Shim. Zum Auftakt führte Dirk Rothbrust mit Helmut Lachenmanns Interieur I für einen Schlagzeugsolisten ins Innere der Klänge. Anschließend ließ Gerhard Stäbler mehrere seiner Werke simultan spielen. FallZeit und hyacinth – liquids.scents für Schlagzeug sowie Winter, Blumen für Blockflöte stimmten allerdings so gut zusammen, als wäre es nie anders geplant gewesen. Zunächst agierte der Schlagzeuger in einem wahren Laboratorium. Flüssigkeiten rannen rhythmisch aus Pipetten oder ergossen sich in diverse Behältnisse. Dazu entlockte Lucia Mense ihrer Blockflöte behutsam wuchernde Klangtropfen. Dynamischer und bodenständiger wurde es im zweiten Teil, wenn grundiert von regelmäßigem Holzklappern allerhand Materialien in Metallschüsseln rannen und die Flöte Kapriolen schlug. Dabei blieb trotz des optisch eindrucksvollen Einsatzes von allerlei Alltagsmaterial stets der Klang im Vordergrund. Nach einem kleinen Abstecher in die Flötenliteratur der Renaissance kam zum Ausklang NachtWeite für Blockflöten und Schlagzeug von Kunsu Shim zur Uraufführung. Wie üblich lässt er seinen Klängen viel Zeit und Raum. Zunächst füllten raue tiefe Flötentöne einen weiten Raum der Stille. Ihnen folgte ein filigraner Dialog zwischen hohem Flötenzirpen an der Grenze zum Nichtsein und einer Handsirene, die durch langsames behutsames Kurbeln jedoch nur ein sonores Brummen von sich gab. Energievolles Wirbeln auf diversen Materialien setzte einen kraftvollen Akzent, aber auch hier blieb alles entspannt, unverkrampft, selbstverständlich. Das Stück klang aus mit aus der Ferne herüberwehenden Flötentönen. Unterstrichen wurde die dichte Konzertatmosphäre durch die Raumwirkung der 2006 neu gestalteten Marktkirche. Ihr schlichter Innenraum hat einen durchscheinenden Westchor aus 50 blauen Glaselementen erhalten, der die Außenwelt durchscheinen lässt und gleichzeitig ausschließt. Ein weiteres EarPort-Konzert findet unter dem Motto LOVE am 4.11. im Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg statt. Diesmal treten Blockflöten (Gerd Lünenbürger) in einen Dialog mit der koreanischen Zither Kayagum (Yujin Seong). www.gerhard-staebler.de/ www.kunsu-shim.de/ www.lehmbruckmuseum.de/ [Neue Musik an Konzerthäusern in Nordrhein-Westfalens] Die Kölner Philharmonie hat in den letzten Jahren Konkurrenz bekommen: 2002 wurde das neue Konzerthaus in Dortmund eingeweiht. 2004 öffnete der zur Philharmonie umgebaute Saalbau in Essen seine Tore. Die großen Hallen wollen gefüllt werden, da stellt sich die Frage, welche Rolle der Neuen Musik zugedacht wird, die bekanntermaßen nicht gerade als Publikumsmagnet fungiert. Die Kölner Philharmonie listet immerhin 25 Veranstaltungen mit Neuer Musik auf, aber bei genauerem Hinsehen ist die Ausbeute weniger üppig. Die ausschließlich dem Zeitgenössischen gewidmeten Programme werden weitgehend vom WDR getragen. Ansonsten gibt es einen halbherzigen Finnlandschwerpunkt, der aber nur sattsam bekannte Namen wie Saariaho, Salonen und Tüür präsentiert. Matthias Pintschers Name taucht mehrmals auf. Am 25.11. dirigiert er das Ensemble Modern, das u. a. drei seiner Werke im Gepäck hat. Irgendwo versteckt sich noch ein Kompositionsauftrag an Heinz Holliger. War das nicht mal mehr? Ganz engagiert zeigt sich die Philharmonie Essen. Im Rahmen ihres Frankreichschwerpunktes wird auch Zeitgenössisches präsentiert. Boulez war bereits zweimal zu Gast und im November spielte die musikFabrik Werke von Debussy über Varèse und Dutilleux bis zu Boulez und Xenakis. In diesem Zusammenhang gönnt man sich auch einen composer in residence. Die Wahl fiel auf Pascal Dusapin, der in immerhin 14 Veranstaltungen vertreten ist. Am 15.11. spielt in der Marktkirche das Athena Quartett sein 1. und 3. Streichquartett und am 11.11. ist ihm ein Filmportrait in der Lichtburg gewidmet. Auf mehrere Jahre angelegt ist das Projekt YOUrope together, das jedem EU-Land einen Abend mit aktueller Musik inklusive einer Uraufführung. Am 19.11. stellt sich Bulgarien vor. Ansonsten vermeldet man 8 Kompositionsaufträge (zwei davon an Jörg Widmann, sein neues Klarinettenquintett wird am 21.11. aus der Taufe gehoben) und sieben deutsche Erstaufführungen. Am zurückhaltendsten gibt sich das Konzerthaus in Dortmund. Nach Querelen aufgrund mangelnder Auslastung will man offenbar keine Risiken mehr eingehen. Immerhin erwartet uns im April nächsten Jahres ein Ligeti-Festival. Ansonsten sind auch auf die sonst üblichen zeitgenössischen Alibi-Einsprengsel sehr spärlich. Da ist selbst die Düsseldorfer Tonhalle aktiver. Die insgesamt sieben Konzerte mit Neuer Musik firmieren neuerdings unter dem verheißungsvollen Titel Supernova. Am 30.11. präsentiert das notabu.ensemble unter diesem Stern im Robert-Schumann-Saal Musik von Charlotte Seither, Raimund Juelich und Günther Becker. Die Bochumer Symphoniker, die gerade erst unter ihrem Generalmusikdirektor Steven Sloane mit der Aufführung von Zimmermanns Soldaten im Rahmen der Ruhrtriennale begeisterten (nächstes Jahr ist die Produktion in New York zu sehen), geben sich ansonsten in dieser Saison gegenüber Zeitgenössischem eher zugeknöpft. Als artist in residence hat man noch dazu Moritz Eggert erwählt, von dem bestimmt nichts Interessantes zu erwarten ist. Auch in Bochum ist der Bau einer eigenen Spielstätte in Planung. www.koelner-philharmonie.de www.philharmonie-essen.de www.konzerthaus-dortmund.de www.tonhalle.de www.bochumer-symphoniker.de [WDR, musikFabrik] Der November beginnt mit einem Musik der Zeit -Festival des WDR vom 1.11. bis zum 3.11.. Die sieben Konzerte befassen sich mit Kernen, Bebungen, Trieben, Ablegern, Sprösslingen, Schalen und Sphären. Dabei erklingen Uraufführungen von Michael Jarrell, Beat Furrer, Iris ter Schiphorst, Manos Tsangaris, Philipp Maintz, Klaus Huber, Robert HP Platz und Wolfgang Rihm. Zwischengeschaltet sind Komponistengespräche, ein Familienkonzert sowie im Funkhaus Wallrafplatz Diskrete Stücke von Manos Tsangaris. Eingebettet in das Festival ist die achte Veranstaltung der Reihe ensembl[:E:]uropa, die am 3.11. das Ensemble Alternance zu Gast bittet. Sie wird fortgesetzt am 24.11. mit dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik sowie dem stadler quartett. Die Reihe musikFabrik im WDR geht am 23.11. bereits in die 21. Runde. Auf dem Programm steht unter anderem ein neues Werk von Stefano Gervasoni. Beim Zug der Kölner Philharmonie durch die Stadtviertel, dem Veedel Trip, präsentiert die musikFabrik am 16.11. im Alten Wartesaal Ligeti remixed / recomposed und am 4.11. spielt sie im Rahmen des Bayer Kulturprogramms zur Eröffnung der Ausstellung Aufgetragen und angewandt Musik von Nono, Boulez und Stockhausen. http://www.wdr.de/unternehmen/presselounge/pressemitteilungen/2007/10/img/wdr3_double.pdf www.musifabrik.org www.kultur.bayer.de [notabu] Auch das Düsseldorfer notabu.ensemble ist im November äußerst aktiv. Am 9.11. spielt es zur Ausstellungseröffnung in der Galerie Mönter in Meerbusch-Osterath Totentanz von Mark-Andreas Schlingensiepen nach einer Bilderwand von Felix Seiler. Das Günther Becker-Portrait wird am 16.11. in der Clara-Schumann-Musikschule fortgesetzt. Au das Konzert am 30.11. im Robert-Schumann-Saal habe ich bereits oben hingewiesen. www.konradmoenter.de www.duesseldorf.de/musikschule/kalender/2007_11.shtml www.notabu-ensemble.de [In Front-Festival in Aachen] November ist Festival-Zeit. Die Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen veranstaltet das Musikfestival In Front, das unter anderem Musik für Theremin (6.11.) und einen Wettbewerb Neue Musik für Kinder und Jugendliche (25.11.) im Programm hat. www.gzmklangbruecke.de/spielplan/infront/termine/2007 [november music an der Folkwang Hochschule] Die Folkwang Hochschule veranstaltet das Festival november music. Zum Auftakt am 8.11. erklingt Computermusik aus 40 Jahren mit und ohne Instrumente. Am 9.11. stellt das Hochschulensemble folkwang modern in der Essener Philharmonie zeitgenössische französische Musik in Verbindung zu Neuer Musik aus Deutschland. Am 10.11. wird unter dem Titel ADORNO - Sex, Drugs and NewMusic Adornos Ästhetik künstlerisch hinterfragt und anschließend präsentiert Georg Elben, Kurator der Videonale Bonn, Kurzfilme und Videos. .www.folkwang-hochschule.de [Previsions – open systems] Obwohl das Festival open systems erst im nächsten Jahr wieder offiziell an den Start gehen will, gönnt es sich bereits jetzt ein paar Vorspeisen. In Herne sind am 3.11. die DIN A13 tanzcompany und das Nederlands Vocaal Laboratorium und am 18.11. ein Hörstück von Karl-Heinz Blomann sowie der Composers Club mit neuer Musik aus dem Revier und den Niederlanden zu erleben. Am 30.11. wird in Dortmund The Beauty of Reduction zelebriert. www.emscher-reloaded.eu/ [Frau Musica (nova)] Bei Frau Musica (nova) kann es zum 10-jährigen Jubiläum am 4.11. im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks womöglich schrill!? werden. Unter diesem Motto steht die diesjährige Veranstaltung, zu der aus Amerika Judy Dunaway, aus Skandinavien Sofia Jernberg, Lene Grenager und Hanna Hartmann sowie aus Irland Jennifer Walshe eingeladen wurden. www.dradio.de/dlf/programmtipp/vorschau_dlf/681153/ [e-mex] Das Dortmunder e-mex-ensemble präsentiert am 27.11. Geschichten vom Klang. In dem Konzert, das von Elena Mendoza-Lopéz konzipiert und moderiert wird, treffen Werke zweier Komponistengenerationen aufeinander. Bereits am vorausgehenden Tag findet in der Musikschule Dortmund ein Workshop mit der Komponistin statt. Am 11.11. ist e-mex im Hansesaal in Lünen mit Werken von Jörg Birkenkötter, H.J.M.A. Derdack, Stefan Heucke, Sven-Ingo Koch und Johannes Marks zu Gast. www.e-mex-ensemble.de/de/konzerte_2007.html [ort] Das Schlippenbach Trio (Evan Parker sopran-/tenor sax, Alexander von Schlippenbach p, Paul Lovens dr, perc) tritt am 28.11. im Wuppertaler ort auf. www.kowald-ort.com/termine-2007/28-11-07.html Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher erschienenen Gazetten zur neuen Musik. |
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